Eröffnung des Festivals X SPINDELN, Lofft in der Halle 7 der Leipziger Baumwollspinnerei, 13. Juni 2019

 

Irina Pauls sagt nach der Premiere ihres Tanzstücks „LABORA“, dass ihr die Eindrücke des Publikums besonders wichtig seien. Bei über 30 Grad erleben die Zuschauer die drei jungen Tänzerinnen – eine muskulös und sehnig durchtrainiert in engem Top, die zwei anderen in weiten T-Shirts, vom Typ her etwas weicher. Auch das sei wichtig, dass wir die unterschiedlichen Charaktere wahrnähmen, so Pauls.

Schon aufgrund der hohen Temperaturen bewundern wir die tänzerische Leistung im nicht klimatisierten Bühnenraum. Das Thema – die stumpfsinnige Bedienung der Maschinen – passt zur thermischen Herausforderung des Abends. Irgendwann verschwimmen Menschen und maschinelles Tun. Die Schlußszene zeigt die drei als Hipster mit bunten Tennnissocken vor ihren Apfelrechnern. Die von der Decke hängende Garnrolle dient dabei als Klammer zwischen Gestern und Heute.

Die Installation „FABRIK DER FRAUEN“ von Diana Wesser montiert Erinnerungsstücke und Fotos. Kittel und Schürzen hatte auch schon Pauls für ihre Inszenierung genutzt.

Beide Arbeiten beobachten und beschreiben Vergangenheit und Gegenwart der Arbeitsbedingungen auf der Spinnerei. Der Blick in die Zukunft fehlt, so dass dem Thema „Industriekultur“ letztlich keine neue Facette hinzugefügt wird.

 

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